KRIMMINI live und in Farbe

LESUNG, 17. März, 19:30 Uhr, Mülheim / Ruhr
Die Schriftsteller Arnd Rüskamp und Jörg Stanko erzählen von der Arbeit am aktuellen KRIMMINI, beantworten Fragen zu den dunklen Seiten des Autorenlebens, signieren Bücher, lesen aus KRIMMINI RUHR 2 und präsentieren zwei haarsträubende KRIMMINI-Geschichten, die garantiert niemals gedruckt werden. Ein exklusives Vergnügen, das ausschließlich den Gästen von Lesungen vorbehalten bleibt.

Eintritt: 8,- Euro. Für Getränke wird gesorgt.

Veranstaltungsort: Buchhandlung am Löhberg Nr. 4, 45468 Mülheim an der Ruhr (Um Voranmeldung wird gebeten: 0208-74049380 / info@buch-am-loehberg.de)

Infos: www.krimmini.de; www.buchamloehberg.de

Advertisements

Der Duft von Urmel aus dem Eis

Und dann war da neulich noch die Lesung, über die ich schon so länger mal schreiben wollte. Also, die war gut! ;-).

Wirklich in Erinnerung geblieben ist mir aber diese kleine katholische Bücherei, die mich berührt hat, und, wäre ich ein Fantasy-Autor, würde ich jetzt „verzaubert“ schreiben. Regale voller Bücher. Linoleumboden. Stille. Ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben ist. Mit einem Geruch aus meiner Kindheit und frühen Jugend. Vielleicht sogar dem Geruch meiner Kindheit. Dem nach alten Büchern, Urmel aus dem Eis, den drei Fragezeichen und den Abenteuern von Klaus Störtebeker, nach Staub und einer etwas antiquierten, oft schrullig gelebten Belesenheit älterer Damen.

Ich habe mich plötzlich wieder ganz jung gefühlt. Ganz klein. Unbelesen, aber voller Neugier auf die Welt.  Und ich habe die Versprechen der Bücher gespürt, nach einem aufregenden Leben. Mit zwölf war das täglich so. Fast stündlich. Heute nur noch selten. Wenn ich Fred Vargas lese, oder Knausgard. Bei dem ist es aber eher intensiv, weniger abenteuerlich.

In dieser kleinen Bücherei durfte ich mich auf meine Lesung vorbereiten. Ohne Internet. Ohne Handy. Ich habe mich in einer halben Stunde besser vorbereiten können, als an einem ganzen Nachmittag zu Hause. Die meditative Ruhe der „es gab auch mal eine Zeit ohne Internet“-Vergangenheit. Irgendwie auch anachronistisch. Aber schön.

Ich werde mir dort jetzt alle paar Wochen mal ein Urmel Buch ausleihen. Nur so fürs Gefühl.

 

lesung_jörg_stanko_st_bonifatius_2

Jede Menge freundlicher Beistand von „oben“ war auch da. Direkt im Regal hinter mir.

 

Ah … Bilder von der Lesung …

Vom dem würde ich doch gerne mal ein Buch kaufen …

Was schreibt der denn noch so …

 

Essen krachledern

Bayern_WeihnachtskugelIMG_1605

Ja, wir im Ruhrgebiet waren schon immer wagemutig und vorneweg, wenn es darum ging, Werte wie Menschlichkeit zu verteidigen oder eine neue Form der Verköstigung auszuprobieren! Als traditioneller „Melting Pot(t)“ haben wir bereits früh schlesische und ostpreußische Einflüsse integriert, später dann türkische, italienische und spanische. Döner, Pizza, Pasta nennen wir in einem Atemzug mit Pommes rot-weiß. Multikulti? Kein Thema! Wir sind multikulti, aber sowas von!

So dachten sich das wohl auch die Leute, die nun eine echte kulturelle Herausforderung ins Ruhrgebiet gebracht haben: das Oktoberfest.

 Das Oktoberfest ist der Höhepunkt im rituellen Leben eines Bayern: Dirndl, Weißwurscht und Schweinshaxn. Blasmusik, Brezen und Bierportionen in Eimergröße. Ausgelassene Fröhlichkeit. Mia san mia und das alles mitten in Essen. Oijoijoijoijoi …

 Das ist die ultimative Öffnung des Ruhrgebiets hin zu einer ihm völlig fremden Kultur, Sprache, und last, but not least: einer völlig unverständlichen Art, Fußball zu spielen. Geniale Pässe. Offensivster Offensivfußball internationaler Akrobaten und Akteure. Nicht dass ich hier ein Loblied auf den FC Bayern München singen will, nur im Vergleich mit den üblichen Reviermannschaften ist sein Stil ein Kulturschock. (Man könnte auch sagen: Sein Spiel funktioniert. Es guardiolat, was bedeutet, es ist elegant, spricht mit einem unverständlichen spanischen Akzent, ist schön und schrecklich zugleich.) So lasst uns also zur Essener Wiesn guardiolen!

 Nach einer aufwendigen Recherche zum Thema „Dirndl-Codes“ bin ich mir immer noch nicht sicher, welche Informationen Brauchtum und welche einfach Mumpitz sind. Deshalb schlage ich einen eigenen Ruhrgebiets-Wiesn-Dirndl-Schleifen-Code vor:

  • Rosa: Achtung, ich bin eigentlich ein Mann.
  • Blau-weiß: Vorsicht! Ich kann zwar Bier trinken, bin aber für Schalke!
  • Schwarz-gelb: Ich dachte, hier laufen auch Borussen rum.
  • T-Shirt mit Förderturm drauf: Tut mir leid, ich bin eigentlich eine japanische Touristin und habe mich auf der Suche nach dem Weltkulturerbe Zollverein verlaufen.
  • Alle anderen: Ist mir alles schnurzpiepe, lasst uns einfach Spaß haben! (Ob man den auch findet, ist eine andere Frage …)

 

Endlich! Wir leben ewig! Teil 2

 Gefällt mir überhaupt nicht  Ihr erinnert euch sicher, neulich schrieb ich über einen verstorbenen Freund (Blog „Endlich! Wir leben ewig!“). Heute teilte mir Facebook mit, dass dieser Freund Geburtstag hat. Drüben bleiben die Gepflogenheiten scheinbar so wie hier. Oder man behält zumindest die engeren, persönlichen Jubiläen bei.

Habe daher beschlossen Freund M. per Facebook-Messenger zu schreiben, müsste ja funktionieren.

 Lieber M.,

ich hoffe, es geht dir gut. Bei mir ist alles prima. Das Wetter könnte besser sein! Wie ist es drüben denn so? Habt ihr geregelte Dienstzeiten? Also, ist pünktlich um 17:00 Uhr Schluss mit Halleluja? Oder ist der Alte streng? Dürft ihr Pausen machen? Und was ist mit den Sonntagen? Schick mir Neuigkeiten! Oder hängst du irgendwo im Nirwana rum und schwingst fröhlich vor dich hin? Oder, bist du vielleicht doch bei den ‚Hells Angels’ gelandet? Hoho. Hörst jetzt den ganzen Tag AC/DC. Das täte mir leid. Könnte dir Ohrstöpsel schicken. Mail mir deine neue Adresse! Hab ja immer gesagt: bleib anständig, sei nett zu deinen Mitmenschen. Einmal falsch abgebogen lässt sich schlecht wieder korrigieren…

Herzliche Grüße! J.

P.S. Literatur zum Thema ;-): http://www.amazon.de/dp/3000168362/ref=nosim?tag=limettekinder-21&linkCode=sb1&camp=2382&creative=8450

 

Atemlos durch die … nee!

ICE180615 On the road to München. Ja, als Autor kommt man rum! Morgen wichtiger Termin, danach Wanderung zum Kloster Andechs! Habe mir extra neue, kleidsame Wanderschuhe mit Gel-Sohle gekauft („These boots are made for walking!“) und gestern einen Obsttag gemacht (wg. Leberkäs und Münchner Hellem). Sollte vielleicht doch mal meinen Testosteron-Spiegel untersuchen lassen.

Wollte auch meine Krachlederne anziehen. Passt aber nicht mehr. Bin seit meinem zwölften Lebensjahr also doch noch gewachsen.

 Essen Hauptbahnhof. Suche nach Marschverpflegung. Seltsames Wort. Schreibe besser „Proviant“, oder, noch besser: Reiseverpflegung. In der Auslage der Bäckerei ist ein Hinweisschild: Das Schoko-Croissant ist vegetarisch! Dass überzeugt mich! Kaufe also vegetarisches Schoko-Croissant.

 Wahrscheinlich kann es auch nicht schaden, ein paar Fitness-Riegel mitzunehmen. Besuche also noch die Drogerie vor Ort. Es gibt Fitness-(mit zugesetzten Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen), Molke- und Proteinriegel. Nichts für entscheidungsschwache Menschen. Entscheide mit nach längerer Reflexionsphase für Fitness- und Molkeriegel. War wahrscheinlich falsch. Wenn meine Wadenmuckis morgen die Berge besteigen müssen, werden sie sich bestimmt nach Proteinen sehnen und mir zukrampfen: „Alter, was sollen wir jetzt mit der Molke?“

 Im ICE. Mir gegenüber sitzt ein Mann, der eine – mir völlig unbekannte – Zeitung liest. Schlagzeile: Felix Magath geht zu 1860 München. Fein, vielleicht treffe ich ihn heute Abend irgendwo und wir können uns zünftig ein paar Medizinbälle zuwerfen. Würde natürlich auch ein Selfie mit ihm machen. Text: Mit Felix beim Training.

Mein Gegenüber blättert um: Jogi Löw bekennt: „Ich höre Country und Helene Fischer“. Pfff. Da fällt selbst den hartgesottensten Blogger nix zu ein. „Weltmeister trotz Helene Fischer?“ Nee, ditte kann ich nicht schreiben. Wer weiß schon, wie viele meiner Leser und Leserinnen Helene Fischer hören? Irgendwie ist sie ja auch dicht dran an den Menschen. Sind wir nicht alle schon mal atemlos durch die Nacht gezogen? Okay, sollte das Thema wechseln, ist unergiebig.

 Eine nette Zugbegleiterin kommt mit einem Kaffee. Werde dazu mein vegetarisches Schoko-Croissant essen. Es ist sooo einfach gesund zu leben!

 P.S. Auch heute gibt es wieder eine Mitmach-Aktion: Meine Romane gibt es natürlich auch als E-Books. Für schlappe 2, 99 Euro! Also, nix wie ran an den Download!

 http://astore.amazon.de/limettekinder-21?_encoding=UTF8&node=6